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Stabilisatoren - Basiskurs
Bei Gesprächen mit einzelnen Leuten hat sich heraus gestellt, dass beim Grundverständnis der Stabilisatoren teils falsch vorgegangen wird. Deswegen wird sich der Artikel nochmal mit der Basis und dem Wirkungsbereich beschäftigen.
Grundlegend muss man unterscheiden zwischen Einlenkverhalten und Eigenlenkverhalten. Beim Einlenkverhalten spricht man von der direkten Auswirkung auf das Fahrzeug, wenn es in eine Kurve fährt. Eigenlenkverhalten wiederrum ist das Verhalten vom Fahrzeug, wenn es schnelle Lastwechsel ausführen muss, sprich eine wechselseitige Kurvenführung vorhanden ist.
Man darf diese beiden Begriffe nicht verwechseln, da hier dann auch die Fehleinstellung bzw. Einschätzung her kommt. Dazu noch mal in Erinnerung rufen... was macht ein Stabilisator denn. Er überträgt eine auftretende Kraft von einer Seite auf die andere Seite eines Fahrzeuges und verleiht diesem Fahrzeug somit Festigkeit. Würde ein Fahrzeug keine Stabilisatoren besitzen, so würde sich z.B. bei einem schnellen Lastwechsel eher eine Instabilität vom Fahrzeug zu spüren sein.
Nun besitzen die Stabilisatoren noch eine Abhängigkeit zur Federung. Werden die Federn hart eingestellt, so benötige ich auch harte Stabilisatoren. Sehr einfach erklärt würde eine harte Federung und weiche Stabilisatoren eine verlängerte Reaktionszeit der Stabilisatoren und umgedreht, weiche Federn und harte Stabilisatoren, eine zu direkte Reaktion auf das Fahrzeugverhalten mit sich bringen. Ihr könnt das relativ einfach nachvollziehen, indem ihr einfach das Basissetup auf irgendeinem Kurs nehmt und diese beiden Dinge mal so einstellt und dann ein paar Runden dreht.
Allein durch diese Abhängigkeit bringe ich mein Fahrzeug zu einem Einlenkverhalten und habe die Basis des Eigenlenkverhaltens. Um das ganze nun ein zustellen muß ich also diese beiden Sachen unterscheiden. Geht es darum in eine Kurve zu fahren oder um eine Kurvenkombination. Wenn es um eine Kurveneinfahrt geht und man hat Probleme da rein zu fahren, so regelt man das ersteinmal über die Vorpsur vorn und hinten, nicht über die Stabilisatoren. Bekomme ich trotz hoher Werte keine Besserung hin, so kann man den Stabilisator vorn oder auch hinten mal geringfügig senken/erhöhen. Davor sollten aber die Werte der Vorpsur wieder auf Basis zurück gesetzt werden.
Zu bedenken gilt, dass wenn ich hier Werte einseitig ändere, ich auch das Gripniveau von einer Achse des Fahrzeuges, auf die andere verschiebe d.h. ein Achse hat nun mehr Grip als die andere. Es liegt nun am Kurs und dem Fahrer was für ihn besser ist, um eine ideale Einstellung zu finden. Allg. sollte man lieber hohe Vorspurwerte in Kauf nehmen (solange sie für das Rennen und dem Reifenverschleiß keinen Nachteil bringen) als das ich einer Achse mehr Grip als der anderen gebe.
Kommt es jetzt darauf an das ich in Schikanen ein zu schlechtes Fahrzeugverhalten habe, muss ich kontrollieren wo dies der Fall ist. Kurveneinfahrt oder beim Wechsel von einer Kurve in die andere. Habe ich Probleme beim Wechsel von einer Kurve in die andere muss ich an den Stabilisatoren arbeiten. Da hier dann die Funktionalität der Stabilisatoren in Kraft tritt. Rufen wir uns hier in Erinnerung... weiche Stabilisatoren sorgen für mehr Grip beim Lastwechsel, harte Stabilisatoren verbessern das Handling.
Beachten muß ich hier dann aber besonders meine Streckenanalyse. Stimmen die Federwerte und das allg. Fahrzeugverhalten oder würde das senken der Federwerte auch eine grundsätzliche Anpassung der Stabilisatorenwerte nach sich ziehen und somit automatisch ein besseres Handling in einer Kurvenkombination auftreten.
Diese Punkte sind sehr wichtig beim Setupbau, da ihr hier die Basis für das Fahrzeugverhalten legt. Geht genau durch wo und wann mein Fahrzeug nicht reagiert wie der Fahrer es will und merkt euch das das verstellen der Stabilisatoren erst der letzte Ausweg sein sollte.
kleiner Workshop: 2008_Monza
Nehmt einmal aus dem Anhang das Setup für Monza08 (Honda 08) und dreht damit ein paar Runden. Zeiten sollten um die 2:00min Grenze liegen. Wenn ihr die stabil fahrt, ändert dann mal Federwerte: hart - Stabis weich, danach dann mal Federn: weich - Stabis hart und schaut was das Auto macht und wie sich eure Rundenzeiten entwickeln. Monza ist zwar etwas tricky, da man hier viel mit Gas beim Bremsen arbeitet, aber gerade in den Schikanen sollte diese Abhängigkeit und das Gesamtverhalten klar werden. Nebenbei auch die Durchfahrt in der Parabolica beobachten. Gerade in der Parabolica wird man keine Besserung des Hecks finden, egal was man für Werte einstellt. Stimmt die Fahrtechnik nicht und überbremst diese Kurve, wird das Heck immer instabil werden. Würde man jetzt mit den Stabis es erzwingen, würde man in den Schikanen zuviel Zeit verlieren.



